Respekt

Hier auf diesen Text gestossen:

Es war einmal eine junge Kriegerin. Ihr Lehrer befahl ihr, in den Kampf gegen die Angst zu ziehen. Sie wollte nicht. Kampf schien ihr zu aggressiv; er machte ihr Angst; er schien unfreundlich. Ihr Lehrer aber bestand darauf und gab ihr Anweisungen für die Schlacht.
Der Tag des Kampfes kam. Die junge Kriegerin stand auf der einen Seite, die Angst auf der anderen. Die Kriegerin fühlte sich sehr klein, die Angst wirkte ungeheuer gross und zornig. Beide hatten ihre Waffen. Die junge Kriegerin riss sich zusammen und schritt auf die Angst zu, warf sich dreimal vor ihr nieder und fragte: "Darf ich um die Erlaubnis bitten, mit dir zu kämpfen?" Die Angst erwiderte: "Vielen Dank, dass du soviel Respekt vor mir hast, dass du mich um Erlaubnis bittest." Die junge Kriegerin fragte weiter: "Wie kann ich dich schlagen?" Die Angst entgegnete: "Ich kämpfe, indem ich schnell rede und sehr nahe an dich heran komme. Dann verlierst du vollkommen die Kontrolle über dich und tust, was ich dir sage. Tust du nicht, was ich dir sage, habe ich keine Macht über dich."
Auf diese Weise lernte die Kriegerin, sich nicht von der Angst besiegen zu lassen.


Dahinter steckt für mich eine Erkenntnis, die ich so bislang nicht als Gedankengut für mich formuliert habe, gleichwohl ich dieses Prinzip durchaus bejahe.

Oder anders gesagt: Da hab ich mit bislang keinen Kopp drum gemacht, aber passt schon

Respekt. Auch für den Gegner in einer Schlacht.

Egal, ob es sich nun um den ultimativen Erzböseschurkenfeind handelt, das eigene Ich oder einen anderen Spieler in einem MMO: Respekt vor dem Gegner ist das Wichtigste. Nicht in erster Linie für den Gegner, sondern für sich selber.

Denn wenn ich meinen Gegner nicht respektiere, ist weder der Kampf noch der Sieg etwas wert.

Was habe ich davon, meinen Feind geschlagen zu haben, wenn meine Seele dabei Schaden nimmt?

Bei einem realen Kampf mit einem realen Feind mag dieses Prinzip vergleichsweise wenig Bedeutung haben, da geht es eher um "Er oder ich" und dennoch: Auch hier greift es, finde ich.

Weitaus wichtiger ist es aber grade beim Kampf gegen sich selber. Egal, ob man nun Diät hält, Sport macht, sich neue Verhaltensweisen an- oder alte abtrainiert. Für sich, sein bisheriges Leben und auch für die Entscheidungen, die man bislang getroffen hat und die einen zu dem gemacht haben, der man ist: Man hat selbst Respekt verdient. Nicht nur von anderen, sondern vor allem von sich. Selbst-Respekt.

Wer nur Verachtung für sich übrig hat, kann den Kampf nicht gewinnen. Er erreicht vielleicht sein Ziel, aber der Kampf ist verloren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s