The god that failed

Ich bin über den Zaubermann auf die Tatsache gestoßen, dass James Hetfield heute 50 Jahre alt wird.
James Hetfield – wer ihn nicht kennt – ist Sänger von Metallica. Eine Heavy-Metal-Band, die ich schon mit 15 richtig gut fand… auch wenn mir manches von ihnen damals noch Angst gemacht hat.

Ein Satz vom Zaubermann (Zitat: „Alles Gute, James. Und mach es nicht so wie Deine Eltern.“) hatte ich mich zu Hetfields Biographie auf Wikipedia geführt. Und nach kurzem Lesen wusste ich, was der Zaubermann meinte und was dann auch zum Anlass dieses Posts wurde:
Hetfields Eltern gehörten der Christian Science – Kirche an und sind beide an Krebs gestorben, wobei sie auf Grund ihrer religiösen Überzeugung jede medizinische Behandlung ablehnten.

Nun ist diese Einstellung für sich selbst das Eine. Jeder soll grundsätzlich so leben, wie er möchte. Und wenn er sich nicht behandeln lassen will, dass ist das auch seine Sache.
Das große Aber kommt dann an der Stelle, wo derjenige nicht mehr alleine ist. Schon für einen Partner, der nicht die gleichen Überzeugungen lebt, dürfte es schier unerträglich sein, den geliebten Menschen zu verlieren, obwohl es – vielleicht – eine Möglichkeit gegeben hätte, ihn zu retten.
Um wieviel schlimmer muss das dann für ein Kind sein, dass seine Mutter und später seinen Vater auf Grund der gleichen Krankheit verliert und ebenfalls nichts zur Rettung beitragen kann, sondern zusehen muss. (Das Hetfield beim Tod seiner Mutter 16 und beim Tod seines Vaters 33 war, spielt überhaupt keine Rolle – ein  Kind verliert seine Eltern) und zwar nicht nur an eine Krankheit. Das kommt leider immer wieder vor und ist furchtbar und traumatisch genug für die Angehörigen (dass es das in erster Linie für den Kranken selbst so ist, sollte klar sein, ist aber hier jetzt nicht Thema). Hinzu kommt hier aber noch, dass er seine Eltern auch noch an diese Kirche verloren hat. Denn nur wegen des Glaubens an diese Kirche haben sie medizinische Behandlungen abgelehnt (und als besonderes Bonbon hat die Kirche James verboten, den Tod seiner Mutter zu betrauern).
Man kann nur ahnen, was da in dem jungen Hetfield vorgegangen sein muss. Aber ich frage mich, wie seine Eltern es vor sich selbst verantworten konnten, ihren Sohn mit der Trauer und der Wut so allein zu lassen.

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